Asanas in der Yogaphilosophie

Wie mit vielen Praktiken, die vom Osten in den Westen kommen, wurden auch die Zweige des Yoga-Baumes vielerlei falsch verstanden. So wurde aus einer spirituellen Praktik wie den Asanas ein Sport. Dieser Sport wird von vielen aus Eitelkeit und Stolz praktiziert. Dies ist so fern von der eigentlichen Philosophie von Yoga, dass es fast wie eine Parodie erscheint, wenn sich eine Gruppe von jungen Menschen in einer Turnhalle treffen um „Yoga”-Asana gemeinsam zu praktizieren.

Sthira-sukham Asanam

Stabilität und Wohlbefinden. Um diese zwei fundamental wichtigen Dinge geht es bei Asanas. Es gibt 84 essenzielle Asana-Positionen im Hatha Yoga, doch ernsthaft praktizierende Hatha Yogis wählen eine davon aus und meistern diese. Das System des Yogas ist dazu konzipiert, die Wahrnehmung zu steigern, sodass man ganz im Sinne des Wortes Yoga-Vereinigung, sich mit dem Kosmos verbindet und realisiert, wer man selbst ist. Mit anderen Worten Selbstverwirklichung.
„Selbst”- dieser Begriff scheint die Wurzel des eigentlichen Problems der westlichen Philosophie zu sein. Wenn der Sinn des eigenen Ichs an materialistischen Ideen und Konzepten hängen bleibt, kann der Geist nicht wachsen und sich nicht entfalten. So Ham Shivo Ham, Ich bin das Ich bin.

Mein Körper ist ein Tempel

Das essenzielle „Ich“, das, was man ist, ist nicht der Körper. Der Körper ist der Tempel, den man wertschätzen und auch pflegen soll, aber man sollte nicht den Tempel mit der Gottheit verwechseln. Die Architektur des Tempels mag zwar in jeder Hinsicht atemberaubend sein, doch ist sie nichts im Vergleich dazu, was sich darin verbirgt. Diese Verwechselung ist die primäre Herangehensweise und Yoga im Westen und macht es zu einem Sport, um besser und straffer auszusehen oder zur Herausforderung, wer eine schwierige Position länger halten kann usw…

Wer sich nun auf Asanas konzentriert, wird merken, dass es schwer ist, in einer Position wirklich präsent zu sein. Gleichzeitig ist es durch die Anstrengung schwer, nicht im Moment zu sein. In diesem hin und her von Körper und Geist ist es wichtig, in sich zu gehen und durch den Atem sich zu entspannen, die Gedanken fliesen zu lassen und nicht sich mitreisen zu lassen. Diese Haltung führt zu Meisterung von Körper und Geist.

Damit wir uns nicht falsch verstehen

Ich begrüße es, wenn Menschen durch westliche Vorstellungen und Werte zum Yoga finden. Aber Yoga kann unglaublich Vieles geben und bewirken. Irgendwann sollte jeder Yoga einen Schritt tiefer in die Yoga-Welt machen und zulassen, dass Yoga Veränderungen hervorruft, die weit über die ursprünglichen Vorstellungen hinausgehen.

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