Pranayama oder wie ich meine Atmung kontrolliere Teil 2

Im ersten Teil von „Pranayama“ habe ich die Wechselatmung beschrieben. Die zweite Atemtechnik, die ich vorstellen möchte nennt sich „Kapalabhati“ und bedeutet übersetzt „leuchtender Schädel“. Wenn du die Atemtechnik ausprobiert hast, wirst du sehen, warum die Übung so heißt 😉

Nach dieser Übung wirst du dich wach und frisch fühlen und wieder einen „klaren Kopf“ haben

Bevor du startest, gibt es einige Vorsichtsmaßnahmen und Hinweise. Da die Übung eine aufweckende und erfrischende Wirkung erzielt, würde ich nicht empfehlen diese am Abend vor dem Schlafen gehen zu praktizieren. Des weiteren zählt „Kapalabhati“ durchaus zu den anspruchsvolleren Pranayama. Sollte es auf Anhieb noch nicht klappen, ist das nicht ungewöhnlich, nur keinen Stress. Es kann auch sein, dass du Seitenstiche bekommst oder nur ein paar Atemzüge schaffst, auch das ist am Anfang nicht ungewöhnlich.

Wenn du schwanger bist oder frisch im Bauchbereich operiert worden bist, zu Schwindel oder Hyperventilieren neigst, solltest du auf diese Übung verzichten.

Gestartet wird wie bei der Wechselatmung, in einer bequemen Sitzhaltung. Einige Atemzüge Zeit lassen, bevor gestartet wird. Dann tief durch die Nase einatmen und die Ausatmung nun durch das ruckartige Einziehen des Bauches „herausstoßen“, so dass ein Schnaufen durch die Nase entsteht. Die Einatmung kommt dann ganz automatisch und das Ausatmen wieder durch den Bauch. Finde einen relativ zügigen Rhythmus und versuche zu Beginn 30 Atemzüge zu praktizieren. Später kann auf bis zu 120 Atemzüge erhöht werden mit mehreren Runden. Nach dem letzten Ausatmen wieder „normal“ einatmen, ausatmen und die Luft kurz halten, bis der Impuls zur Einatmung kommt. Anschließend gerne zum Liegen kommen und das Leuchten des Schädels genießen 😉

Es kann sein, dass dir flimmerig wird oder du orange/gelbe Töne vor deinem inneren Auge siehst, das ist ganz normal. Wenn du deine Atemübungen regelmäßig praktizierst, wirst du recht schnell die positiven Auswirkungen spüren. Bei mir war es so, dass ich im Alltag plötzlich mehr auf meine Atmung geachtet habe. Wie atme ich überhaupt? Mehr in den Bauch oder nur flach bis zur Brust? Schnell, langsam, gleichmäßig, ungleichmäßig…? Vorher habe ich mich überhaupt nicht mit meiner Atmung auseinander gesetzt. Du wirst erstaunt sein, was dir auf einmal alles auffällt.

Viel Spaß beim Ausprobieren und Üben.